Baum des Jahres 2014 - die Trauben-Eiche

»Aber ihr, Ihr Herrlichen! steht, wie ein Volk von Titanen In der zahmeren Welt und gehört nur euch und dem Himmel, Der euch nährt’ und erzog und der Erde, die euch geboren. «

Verse aus dem Gedicht “Die Eichbäume”, (1796, Friedrich Hölderlin)

Dieser Götter- und Heldenbaum ist eng mit der menschlichen Geschichte verbunden – seine tiefen Wurzeln durchziehen Mythologie, Kunst, Handwerk und Ernährung vieler europäischer Völker.

Baumportrait der Trauben-Eiche

Eichen mit ihrem mächtigen Stamm, tiefer Pfahlwurzel und dauerhaftem Holz symbolisieren seit alters her Kraft und Standhaftigkeit – und galten gleichzeitig mit ihrer viele Menschengenerationen umfassenden Lebensspanne als lebendige Verbindung zu den Ahnen.

Die Unterscheidung der Trauben-Eiche und ihrem Geschwister, der Stiel-Eiche, spielte dabei keine Rolle, und auch heute gibt es Wissenschaftler, die sich wieder für eine Zusammenlegung der beiden sich häufig mischenden Arten aussprechen. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal, das auch die Namen gab, sind die Früchte: bei ersterer traubenartig dicht sitzend, bei letzterer verteilt an einem langen Stiel.

Der Ausspruch „Auf den Eichen wachsen die besten Schinken“ erinnert an ihre große Bedeutung als Ernährerin für Mensch und Tier, bei der Gewinnung von Eichelmehl und der Eichelmast von Wild- und Hausschweinen, woran früher auch der Wert eines Waldes gemessen wurde!

Eichenholz ist sehr widerstandfähig und hart, und oft bei der Trauben-Eiche besonders hochwertig, weil ihre Stämme etwas gerader wachsen als die der Stiel-Eiche. Daher wird es gerne für Furniere, zum Möbel- und Fassbau verwendet.

Botschaft der Trauben-Eiche

Die Trauben-Eiche lädt ein, uns wieder an unserem Lebensort zu verwurzeln: Der Kontakt zu unserer Mitwelt und auch zum Leben unseren Vorfahren ist eine wunderbare Kraftquelle, die uns auch schweren Stürmen des Lebens standhalten lässt.

NAME: Trauben-Eiche (Quercus petraea ((Mattuschka) Liebl.)

HERKUNFT: in ganz Europa bis auf den Äußersten, Norden, Süden und Osten

ALTER: 800 – 1000 Jahre

HABITUS: sommergrüner Baum mit locker-gewölbter Krone, 25-30m Wuchshöhe

KENNZEICHEN: tief längsrissige grau-braune Borke; länglich gelappte Blätter mit <1cm Stiel (!); Eicheln sitzen traubenartig, fast stiellos zusammen

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Der »Weg der Bäume« ist ein Projekt der Ebertheimer Bildungsinitiative e.V. in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ebertsheim-Rodenbach und des Vereins für Natur- und Vogelschutz Ebertsheim e.V.

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