Baum des Jahres 2013 - der Wild-Apfel

"Eulalia im Sonnenschein,
bringt Äpfel viel und Apfelwein."

Bauernregel zum 12. Februar (St. Eulalia von Barcelona)

Baumportrait des Wild-Apfels

Schon lange muss der Apfel für die scheinbar verhängnisvollste Entscheidung der Menschheit mit seinem Namen büßen (malus für lat. schlecht, böse), so zumindest die biblische Sichtweise. Bei den Kelten dagegen führte er nicht aus dem sondern ins Paradies, das andersweltliche Avalon oder Apfelland, woher auch seine Verbindung mit Weisheit und Vollendung rührte.

Ganz und gar nicht schlecht ist die vitaminreiche Frucht für unsere Gesundheit – in früheren Zeiten das einzige lagerfähige Obst während des Winters. Erst seit Anbau des Kultur-Apfels ist diese auch roh genießbar, davor mussten die harten, herben „Holzäpfel“ der heimischen Wildform gedörrt oder vom Frost gesüßt werden.

Heute geht man davon aus, dass der Wild-Apfel nur entfernter Urahne unseres Kultur-Apfels mit eher asiatischen Einschlägen ist. Das mindert jedoch nicht die Faszination für den schönen Wilden, der auch wichtige Lebensgrundlage für viele Tierarten ist!

So ist die prachtvolle Apfelblüte für Insekten eine wertvolle Nektar- und Pollenquelle im Frühling, im Herbst sind die kleinen Äpfelchen für viele Vögel und Säugetiere eine gute Vorbereitung für den Winter. Häufige Astlöcher bieten seltenen Gästen wie Gartenschläfer und Steinkauz Unterschlupf und auch verschiedene Pilzarten fühlen sich beim Wild-Apfel wohl.

Das harte und schwere Holz ist mit seinem schönen rot-braunen Kern bei Tischlern und Drechslern sehr begehrt, gehört jedoch zu den Raritäten: zum einen durch die Seltenheit des Baumes und auch, weil im verwertbaren Alter die Stämme häufig krumm und bereits teils morsch sind.

Früher wurde daraus Holzschrauben und sogar Zahnräder für Uhren hergestellt!

Botschaft des Wild-Apfels

Eine freie Wahl treffen zu können ist eines der wertvollsten Geschenke an die Menschen! Sogar wenn äußere Umstände eine bestimmte Position erzwingen, liegt eine enorme Kraft darin zu wählen, welche innere Haltung wir dazu einnehmen.

NAME: Wild-Apfel (Malus sylvestris)

HERKUNFT: in ganz Europa bis auf den äußersten Norden und Süden, jedoch selten zu finden

ALTER: 80 – 100 Jahre

HABITUS: Sommergrüner Baum mit breiter Krone; bei Lichtkonkurrenz auch schlanker und aufrechter; strauch- oder baumförmig bis 10m hoch

 

KENNZEICHEN: graue-braune, geschuppte Rinde; Seitlich-steife Kurztriebe die erst Blüten tragen und später dornenähnlich vertrocknen; ovale, am Rand gesägte, unbehaarte Blätter, weiß-rosa Blüten; kugelige, bis 4cm große gelb-grüne Apfelfrüchte

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Der »Weg der Bäume« ist ein Projekt der Ebertheimer Bildungsinitiative e.V. in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ebertsheim-Rodenbach und des Vereins für Natur- und Vogelschutz Ebertsheim e.V.

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